LANDWIRTSCHAFT
im Gleichgewicht
LANDWIRTSCHAFT
im Gleichgewicht
HINTERGRUND

Der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt gilt allgemein als eine der dringendsten Herausforderungen der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten. Die aktuelle Aussterberate bei Säugetieren und anderen Artengruppen übersteigt deutlich die auf Grundlage fossiler Daten zu erwartende Rate. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit wirksamer Schutzmaßnahmen.
Eine solche bedrohte Säugetierart ist der Feldhamster (Cricetus cricetus). Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist stark fragmentiert, und die Population hat sowohl in West- als auch in Osteuropa um mehr als 75 % abgenommen. Im Jahr 2008 erklärte der Ständige Ausschuss des Berner Übereinkommens zu dem Schluss, dass der Feldhamster in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden vor dem Aussterben bewahrt werden muss.
Gemäß der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, den Erhaltungszustand dieser Art zu verbessern. In Westeuropa gelingt es den heutigen Artenschutzprogrammen jedoch nicht, dieses Ziel zu erreichen, unter anderem aufgrund mangelnden Wissens, fehlender Innovationen und unzureichender finanzieller Mittel.
Um den Feldhamster in die BNN Begion; Belgien, den Niederlanden und Deutschland (Nordrhein-Westfalen), vor dem Aussterben zu bewahren und eine mögliche Schadensersatzforderung der Europäischen Union von etwa einer Million Euro zu vermeiden, wurde das Projekt LIFE Cricetus ins Leben gerufen und von der Europäischen Kommission genehmigt. Das Projekt läuft von September 2025 bis März 2032.
Projektziele

Zielsetzung und Kontext
Ziel dieses Projekts ist die Umsetzung eines integriertes Managementsystems zum Schutz dieser bedrohten Tierart. Da der Feldhamster in Agrarökosystemen vorkommt, ist es unerlässlich, seinen Lebensraum langfristig zu sichern und dessen Qualität gezielt zu verbessern.
Da die Art in landwirtschaftlich geprägten Gebieten lebt, die sich oft im Eigentum privater Landwirte befindet und von diesen bewirtschaftet wird, hängt die Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen in hohem Maße von deren Bereitschaft zur Mitwirkung ab.
Ansatz
Durch den Aufbau nachhaltiger Kooperationen in Form von landwirtschaftlichen Kooperativen beabsichtigt das Projekt, innovative Techniken umzusetzen, die sowohl die wirtschaftliche Wertschöpfung landwirtschaftlicher Kulturen als auch den Erhaltungszustand des Feldhamsters und die allgemeine Biodiversität verbessern. Dies erfolgt durch die Einführung innovativer Kulturen, Bewirtschaftungsansätze und Managementtechniken.
Ziel ist es, ein kompetitives und dauerhaftes Einkommen für Landwirte zu ermöglichen und gleichzeitig die Populationsdichte des Feldhamsters zu sichern und zu erhöhen.
Wirkung und Politische Integration
Das Projekt wird die Umsetzung von Artenschutzprogrammen in den drei Regionen Belgien, Niederlande und Deutschland (Nordrhein-Westfalen) beschleunigen und stärken, indem neue Erkenntnisse gewonnen und Maßnahmen umgesetzt werden, die gezielt auf die biologischen Anforderungen des Feldhamsters abgestimmt sind.
Durch die Erarbeitung politischer Empfehlungen und die Integration der entwickelten Maßnahmen in die neue Gemeinsame Agrarpolitik leistet das Projekt einen Beitrag zu einer wissenschaftlich fundierten Politik sowie zu einer nachhaltigen Zukunft für sowohl den Feldhamster als auch die Landwirtschaft.
Darüber hinaus werden der Ansatz und die im Rahmen des LIFE-Cricetus-Projekts angewandten Techniken als Modell für andere EU-Regionen dienen, in denen die Feldhamsterpopulation rückläufig ist.
PROJEKTMAßNAHMEN
Verhinderung des regionalen Aussterbens
Dieses Ziel wird erreicht durch die Erhöhung der Populationsdichte mittels strategischer Wiederansiedlungen, und durch die Umsetzung innovativer landwirtschaftlicher Praktiken, die auf eine Verbesserung des Fortpflanzungserfolgs gerichtet sind. Die Erhöhung der Biodiversität und damit des Nahrungsangebots in der Agrarlandschaft soll die Anzahl und Größe der Würfe während der Fortpflanzungsperiode in den Wildpopulationen erhöhen.
Sicherung des langfristigen Überlebens
Das langfristige Überleben und die Fitness des Feldhamsters werden durch die Entwicklung und Umsetzung innovativer Bewirtschaftungssysteme und ökologischer Korridore gefördert. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Stabilisierung der Hamsterpopulation bei, sondern verbessern zugleich die allgemeine Biodiversität, einschließlich der Bodenorganismen, Feldvögel und Bestäuber. Darüber hinaus leisten sie einen Beitrag zur Verringerung von Erosion und zur Stärkung der Klimaresilienz des Agrarsystems. Durch diese integrierte Strategie werden das Überleben und die Populationsdichte des Feldhamsters und anderer geschützter Ackerarten erhöht, während auch eine wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung für Landwirte gewährleistet bleibt.
Einrichtung von Versuchs- und Demonstrationsbetrieben
Es werden Versuchs- und Demonstrationsbetriebe eingerichtet, um die Machbarkeit und Wirksamkeit neuer landwirtschaftlicher Maßnahmen zu bewerten. Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse des Feldhamsters, anderer Wildtiere in Agrarlandschaften und der landwirtschaftlichen Betriebe miteinander zu verbinden. Gleichzeitig werden sie auf intensive Landwirtschaftssysteme außerhalb von Schutzgebieten abgestimmt.
Aufbau von Hamster-Kooperativen
Unterstützung beim Aufbau landwirtschaftlicher Kooperativen, in denen die Landwirte selbst aktiv am Schutz des Feldhamsters mitwirken. Diese Kooperative tragen zu einer nachhaltigen Zukunft der Art bei und stärken zugleich die Biodiversität in Agrarlandschaften.
Ausweitung des bewirtschafteten Lebensraums
Erweiterung der Flächen, die gezielt zum Schutz des Feldhamsters und anderer Arten der Agrarlandschaft bewirtschaftet werden. Dies erfolgt durch die Umsetzung hamsterfreundlicher Maßnahmen sowie durch partizipative und inklusive Ansätze der Agrar- und Landschaftsplanung.
Stärkung einer wissenschaftlich fundierten Politik
Beitrag zu einer faktenbasierten Politik durch die Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen und die Umsetzung neuer Schutzmaßnahmen für den Feldhamster.
Sensibilisierung und Unterstützung
Erhöhung des Bewusstseins und Stärkung der Unterstützung für hamster- und biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftungsformen innerhalb lokaler Gemeinschaften sowie bei zentralen Interessengruppen wie Landwirten, politischen Entscheidungsträgern, Bürgern und Wissenschaftlern.
Wissenstransfer in Europa
Projekt gebiet
Im Rahmen dieses Projekts wird die BNN-Region, in der Feldhamster der entsprechenden genetischen Linie vorkommen, als Modellregion zur Demonstration des integrierten Ansatzes genutzt. Die BNN-Region umfasst Süd-Limburg (Belgien), die Provinz Limburg (Niederlande) sowie das Bundesland Nordrhein-Westfalen (Deutschland/NRW).
HINTERGRUND

Der weltweite Verlust der biologischen Vielfalt gilt allgemein als eine der dringendsten Herausforderungen der Menschheit in den nächsten Jahrzehnten. Die aktuelle Aussterberate bei Säugetieren und anderen Artengruppen übersteigt deutlich die auf Grundlage fossiler Daten zu erwartende Rate. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit wirksamer Schutzmaßnahmen.
Eine solche bedrohte Säugetierart ist der Feldhamster (Cricetus cricetus). Das Verbreitungsgebiet dieser Art ist stark fragmentiert, und die Population hat sowohl in West- als auch in Osteuropa um mehr als 75 % abgenommen. Im Jahr 2008 erklärte der Ständige Ausschuss des Berner Übereinkommens zu dem Schluss, dass der Feldhamster in Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden vor dem Aussterben bewahrt werden muss.
Gemäß der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie sind die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, den Erhaltungszustand dieser Art zu verbessern. In Westeuropa gelingt es den heutigen Artenschutzprogrammen jedoch nicht, dieses Ziel zu erreichen, unter anderem aufgrund mangelnden Wissens, fehlender Innovationen und unzureichender finanzieller Mittel.
Um den Feldhamster in die BNN Begion; Belgien, den Niederlanden und Deutschland (Nordrhein-Westfalen), vor dem Aussterben zu bewahren und eine mögliche Schadensersatzforderung der Europäischen Union von etwa einer Million Euro zu vermeiden, wurde das Projekt LIFE Cricetus ins Leben gerufen und von der Europäischen Kommission genehmigt. Das Projekt läuft von September 2025 bis März 2032.
Projektziele
Zielsetzung und Kontext
Ziel dieses Projekts ist die Umsetzung eines integriertes Managementsystems zum Schutz dieser bedrohten Tierart. Da der Feldhamster in Agrarökosystemen vorkommt, ist es unerlässlich, seinen Lebensraum langfristig zu sichern und dessen Qualität gezielt zu verbessern.
Da die Art in landwirtschaftlich geprägten Gebieten lebt, die sich oft im Eigentum privater Landwirte befindet und von diesen bewirtschaftet wird, hängt die Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen in hohem Maße von deren Bereitschaft zur Mitwirkung ab.

Ansatz
Durch den Aufbau nachhaltiger Kooperationen in Form von landwirtschaftlichen Kooperativen beabsichtigt das Projekt, innovative Techniken umzusetzen, die sowohl die wirtschaftliche Wertschöpfung landwirtschaftlicher Kulturen als auch den Erhaltungszustand des Feldhamsters und die allgemeine Biodiversität verbessern. Dies erfolgt durch die Einführung innovativer Kulturen, Bewirtschaftungsansätze und Managementtechniken.
Ziel ist es, ein kompetitives und dauerhaftes Einkommen für Landwirte zu ermöglichen und gleichzeitig die Populationsdichte des Feldhamsters zu sichern und zu erhöhen.
Wirkung und Politische Integration
Das Projekt wird die Umsetzung von Artenschutzprogrammen in den drei Regionen Belgien, Niederlande und Deutschland (Nordrhein-Westfalen) beschleunigen und stärken, indem neue Erkenntnisse gewonnen und Maßnahmen umgesetzt werden, die gezielt auf die biologischen Anforderungen des Feldhamsters abgestimmt sind.
Durch die Erarbeitung politischer Empfehlungen und die Integration der entwickelten Maßnahmen in die neue Gemeinsame Agrarpolitik leistet das Projekt einen Beitrag zu einer wissenschaftlich fundierten Politik sowie zu einer nachhaltigen Zukunft für sowohl den Feldhamster als auch die Landwirtschaft.
Darüber hinaus werden der Ansatz und die im Rahmen des LIFE-Cricetus-Projekts angewandten Techniken als Modell für andere EU-Regionen dienen, in denen die Feldhamsterpopulation rückläufig ist.
PROJEKTMAßNAHMEN
Verhinderung des regionalen Aussterbens
Dieses Ziel wird erreicht durch die Erhöhung der Populationsdichte mittels strategischer Wiederansiedlungen, und durch die Umsetzung innovativer landwirtschaftlicher Praktiken, die auf eine Verbesserung des Fortpflanzungserfolgs gerichtet sind. Die Erhöhung der Biodiversität und damit des Nahrungsangebots in der Agrarlandschaft soll die Anzahl und Größe der Würfe während der Fortpflanzungsperiode in den Wildpopulationen erhöhen.
Sicherung des langfristigen Überlebens
Das langfristige Überleben und die Fitness des Feldhamsters werden durch die Entwicklung und Umsetzung innovativer Bewirtschaftungssysteme und ökologischer Korridore gefördert. Diese Maßnahmen tragen nicht nur zur Stabilisierung der Hamsterpopulation bei, sondern verbessern zugleich die allgemeine Biodiversität, einschließlich der Bodenorganismen, Feldvögel und Bestäuber. Darüber hinaus leisten sie einen Beitrag zur Verringerung von Erosion und zur Stärkung der Klimaresilienz des Agrarsystems. Durch diese integrierte Strategie werden das Überleben und die Populationsdichte des Feldhamsters und anderer geschützter Ackerarten erhöht, während auch eine wirtschaftlich tragfähige Bewirtschaftung für Landwirte gewährleistet bleibt.
Einrichtung von Versuchs- und Demonstrationsbetrieben
Es werden Versuchs- und Demonstrationsbetriebe eingerichtet, um die Machbarkeit und Wirksamkeit neuer landwirtschaftlicher Maßnahmen zu bewerten. Diese Maßnahmen sind darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse des Feldhamsters, anderer Wildtiere in Agrarlandschaften und der landwirtschaftlichen Betriebe miteinander zu verbinden. Gleichzeitig werden sie auf intensive Landwirtschaftssysteme außerhalb von Schutzgebieten abgestimmt.
Aufbau von Hamster-Kooperativen
Unterstützung beim Aufbau landwirtschaftlicher Kooperativen, in denen die Landwirte selbst aktiv am Schutz des Feldhamsters mitwirken. Diese Kooperative tragen zu einer nachhaltigen Zukunft der Art bei und stärken zugleich die Biodiversität in Agrarlandschaften.
Ausweitung des bewirtschafteten Lebensraums
Erweiterung der Flächen, die gezielt zum Schutz des Feldhamsters und anderer Arten der Agrarlandschaft bewirtschaftet werden. Dies erfolgt durch die Umsetzung hamsterfreundlicher Maßnahmen sowie durch partizipative und inklusive Ansätze der Agrar- und Landschaftsplanung.
Stärkung einer wissenschaftlich fundierten Politik
Beitrag zu einer faktenbasierten Politik durch die Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen und die Umsetzung neuer Schutzmaßnahmen für den Feldhamster.
Sensibilisierung und Unterstützung
Erhöhung des Bewusstseins und Stärkung der Unterstützung für hamster- und biodiversitätsfreundliche Bewirtschaftungsformen innerhalb lokaler Gemeinschaften sowie bei zentralen Interessengruppen wie Landwirten, politischen Entscheidungsträgern, Bürgern und Wissenschaftlern.
Wissenstransfer in Europa
Projekt gebiet
Im Rahmen dieses Projekts wird die BNN-Region, in der Feldhamster der entsprechenden genetischen Linie vorkommen, als Modellregion zur Demonstration des integrierten Ansatzes genutzt. Die BNN-Region umfasst Süd-Limburg (Belgien), die Provinz Limburg (Niederlande) sowie das Bundesland Nordrhein-Westfalen (Deutschland/NRW).

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